Goethe in Eisenach

 

Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Februar 2015
Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Februar 2014
Ostermatinee der Goethe-Gesellschaft Eisenach im April 2013
Ostermatinee der Goethe-Gesellschaft Eisenach im April 2013
Lesung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Juli 2012
Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Februar 2012
Kultur zur Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Februar 2012
Der Chor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Ruhla zur Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Februar 2012
Veranstaltung im Martin-Luther-Gymnasium
 
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Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. stellt sich vor...

von Dr. Barbara Schwarz

Die Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. ist eine literarische Gesellschaft, bei der alle Freundinnen und Freunde der Literatur (und solche, die es werden wollen) herzlich willkommen sind.
Die Wartburg bei Eisenach um 1906Die Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. existiert seit mehr als 20 Jahren (gerechnet von der Neugründung 1990). Mit ihren 174 Mitgliedern zählt sie zu den größeren der 60 Ortsvereinigungen der Goethe-Gesellschaft Weimar, von der sie rechtlich und inhaltlich unabhängig agiert.
Das jährlich erscheinende Programm mit 12 Veranstaltungen spiegelt die Vielfältigkeit unserer Beschäftigung mit der Literatur wider. Neben aktiver Auseinandersetzung mit Goethe, seiner Zeit und seinen Zeitgenossen, untersuchen und diskutieren wir deren Wirkung und Aktualität in literarischen Werken der Gegenwart.
Außerdem gibt es jährlich wiederkehrende Themen wie die Vorstellung des jeweils letztjährigen Literaturnobelpreisträgers. Unser Vereinsleben wird von wissenschaftlichen Vorträgen, Lesungen, Matineen, Theaterbesuchen, ein- und mehrtägigen Studienreisen bestimmt.
Ergänzt wird das Programm durch Schriftstellerlesungen. Sigrid Damm, Dagmar von Gersdorff , Rolf Hochhuth, Landolf Scherzer, Matthias Biskupek u.a. waren schon bei uns zu Gast. Daneben bleibt noch genügend Raum für Geselligkeit.

Sind Sie neugierig geworden?
Dann suchen Sie bei einer nächsten Gelegenheit Kontakt zur Goethe- Gesellschaft Eisenach e.V.

Ihre
Dr. Barbara Schwarz / stellv. Vorsitzende

Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft
Eisenach e.V. am 11.02.2015

von Gerhard Lorenz

Imn ersten Teil der Veranstaltung erstatteten der Vorsitzende des Vereins, Herr Gerhard Lorenz, und die Schatzmeisterin, Frau Christine Grüttner, jeweils ihren Rechenschaftsbericht.
Gerhard Lorenz schilderte die erfolgreiche Arbeit des Vereins im abgelaufenen Kalenderjahr 2014 an ausgewählten Beispielen. Verbunden mit Anerkennung und großem Dank hob er das Engagement des Vorstandes und zahlreicher Mitglieder des Vereins, die an der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen mitgewirkt hatten, hervor. Auch die Muttergesellschaft in Weimar lobte in einem Schreiben vom Januar 2015 die erfolgreiche Arbeit der Eisenacher Goethe-Gesellschaft.
Frau Grüttner trug als Schatzmeisterin den Finanzbericht vor, der von der Revisionskommission am 14 01.2015   geprüft und ohne Beanstandung gebilligt wurde. Am Ende des ersten Teils der Veranstaltung erfolgte einstimmig durch das Votum der anwesenden Mitglieder des Vereins die Entlastung von Vorstand und Schatzmeisterin für das Geschäftsjahr 2014.

Neuer Vorstand in der Eisenacher Goethe-Gesellschaft

von Karin Weber

In der am 12. Februar 2014 in der Aula der Jakobschule durchgeführten Jahreshauptversammlung der Eisenacher Goethe-Gesellschaft e.V. vollzog sich im Vorstand ein Wechsel. Die langjährige Vorsitzende Frau Dr. Barbara Schwarz - sie übte dieses Amt 9 Jahre überaus erfolgreich aus - wurde auf eigenen Wunsch abgelöst von Herrn Gerhard Lorenz.
Die anwesenden Mitglieder wählten den neuen Vorsitzenden einstimmig. Auch künftig wird Frau Dr. Schwarz dem Verein ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen; sie amtiert zukünftig als Stellvertreterin. Frau Christine Grüttner wurde als Schatzmeisterin wiederum bestätigt. Neu im Vorstand ist Frau Karin Weber als Schriftführerin. Als Beisitzer fungieren die Mitglieder Marlene Päsler, Edith Lüdtke und Eva Leinhos.
Der neue Vorsitzende Gerhard Lorenz wird diese literarische Gesellschaft ehrenamtlich und der Motto: "Bewährtes erhalten und Neues verwirklichen" weiter führen. Die monatlichen Literaturvorschläge sind im Jahresprogramm fest eingeplant. Gäste sind herzlich willkommen, die Termine werden rechtzeitig in der lokalen Presse als auch im Internet bekannt gegeben.

Der Lutheraner Goethe

von Volkmar Schumann

Als Beitrag der Eisenacher Goethe-Gesellschaft zur Luther-Dekade galt der kürzliche Vortrag von Frau Dr. Heike Spies vom Goethemuseum Düsseldorf ‚Goethe und die Bibel‘. In der kindlichen Unterweisung durch den hochgebildeten gläubigen Vater, der in seiner Bibliothek eine bemerkenswerte theologische Abteilung eingerichtet hatte, wurden die Grundlagen für umfassende Bibelkenntnisse des jungen Wolfgang und seiner Schwester Cornelia gelegt. Zudem erfuhr er bis zur Konfirmation durch seinen Taufpfarrer Fresenius eine fundierte Erziehung zum orthodoxen Luthertum. Die mit Kupferstichen illustrierte Merian-Bibel führte ihn visuell in fremde Länder und regte zu poetischen Gedanken an. Er selbst bezeichnet später in seinen Erläuterungen zum ‚Westöstlichen Divan‘ Laien, die sich mit den heiligen Schriften bekannt gemacht hatten und die Hauptstellen auswendig wußten, als ‚bibelfest‘. Und als solcher gilt Goethe ganz besonders. Sein erster Biograf und langjähriger Mitarbeiter Riemer verweist auf die lebenslange Beschäftigung Goethes mit der Bibel und überliefert, daß ihm ‚der Glaube ein heiliges Feld‘ war. Im Laufe seiner 82 Jahre durchlebte der Dichter wechselnde Formen kritischer Realität. Hingewiesen wurde in diesem Zusammenhang auf das Schicksal seiner Doktorarbeit 1771 nach dem Studium in Straßburg, in der er eine kirchenrechtliche Frage zu Recht und Pflicht des Staates behandelt und freigeistige Thesen aufgestellt hatte. Nach Ablehnung und Verbot des Drucks ist die Dissertation  seitdem verschollen. Doch stets war ihm die Bibel, waren die Bücher Mose, das Buch Hiob und das Hohe Lied Salomos, Luthers Tischreden und Lieder fundamentale Lektüre, aus der er Anregungen für seine prosaischen und poetischen Arbeiten schöpfte. Die Vortragende verwies auf die Figur des ‚Bruder Martin‘ aus dem Erfurter Augustinerkloster im Jugendwerk ‚Götz von Berlichingen‘, dessen Armut, Keuschheit und Gehorsam sowie die Verehrung für den um Treue und Rechtschaffenheit bemühten Ritter  mönchischen Tugenden entsprach. In Goethes Werken finden sich unzählige Bibelzitate. Er schätzte und liebte das kraftvolle ‚Lutherdeutsch‘ mit dem der Reformator durch seine Übersetzung und Verdeutschung des Neuen Testaments 1522 auf der Wartburg aus dem Griechischen erstmalig eine lebendige deutsche Volkssprache geschaffen hatte. Über die Wirkung des Worts urteilt Goethe in einem Brief vom 17. Juni 1826: „…wenn wir trachten, daß  Gesinnung, Wort, Gegenstand und Tat immer möglichst als Eins erhalten werde, so dürfen wir uns für ächte Nachfolger Luthers ansehen, eines Mannes, der in diesem Sinne so Großes wirkte und, auch irrend, noch immer ehrwürdig bleibt. …“. Auf die weiter gehenden umfassenden Ausführungen der jungen kenntnisreichen Literaturwissenschaftlerin muß hier verzichtet werden. Mit lebhaftem Beifall wurde ihr gedankt.

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Kultureller Genuss rahmte die Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. im Februar 2012

von Mike Burkhardt

Das der gesellschaftliche Teil einer Jahreshauptversammlung nicht unbedingt zur Unterhaltung der anwesenden Mitglieder einer Vereinigung dient, ist allgemein als richtig zu bezeichnen. Umso größer ist natürlich der Kontrast zu nüchternen Bilanzen und Rechenschaftsberichten, wenn eine Gesellschaft die obligatorischen Notwendigkeiten mit einer gelungenen Portion Kurzweil mischt.
Eine Lesung mit Auszügen aus dem Trauerspiel "Dido", vorgetragen von Mitgliedern des Ortsverbandes Eisenach der Goethe-Gesellschaft, welches Charlotte von Stein 1794/95 schrieb, rahmte der Chor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Ruhla mit getragen als auch abschließend mit fetzigen Gospel-Klängen.
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Goethe erstmals in Eisenach

von Volkmar Schumann

Um die schönen Künste zu studieren wollte Wolfgang Goethe eigentlich nach Göttingen, doch der auf einen soliden Beruf, mit dem man sein Brot verdienen könnte, bedachte Vater bestimmte für seinen Sohn die Leipziger Universität. Dort hatte er selbst die Rechte studiert und der Sohn sollte den gleichen Weg gehen. Deshalb bestieg der Sechzehnjährige an einem der letzten Septembertage des Jahres 1765 frühmorgens die Postkutsche, in der er mit dem Buchhändler Johann Georg Fleischer und seiner Frau auf die weite Reise nach Leipzig geschickt wurde.
Den Postillonen der Thurn- und Taxischen Post forderten die schlechten, ungepflasterten Straßen und Wege großes fahrerisches Geschick beim Lenken der schweren Postkutsche ab. Zudem mussten sie sich oft mit den Posthaltern wegen des Fütterns und Tränkens oder des Wechselns der Pferde streiten. Frachtwagen, Kutschen und Reiter behinderten unterwegs die zügige Fahrt.
Am 1. Oktober 1765 spätabends fuhr die Postkutsche durch das Eisenacher Georgentor bis in die Schmelzerstraße, wo sich damals die Posthalterei befand. Der junge Wolfgang beabsichtigte, bei dieser Rast einen Bekannten zu begrüßen. Johann Christian Molter war nach abgeschlossenem Theologiestudium fünf Jahre als Hauslehrer in Frankfurt tätig gewesen und hatte den mit ersten Jugenddichtungen bereits hervor getretenen vierzehn Jahre jüngeren Goethesohn offenbar im Kreis seiner Jugendfreunde kennen gelernt. Er erbat sich von ihm einen Vers in sein Stammbuch und Wolfgang schrieb: „Der Tod beendet alles.“ Dieses schrieb zu seinem ewigen Gedenken JWGoethe. Dieser Stammbucheintrag ist eines der wenigen schriftlichen Zeugnisse des 14jährigen Goethe und deshalb von herausragender literaturgeschichtlicher Bedeutung.
Zu mitternächtlicher Stunde, als die Reisenden in der Posthalterei eintrafen, war es nicht mehr möglich, den cand. theol. Christian Molter zu treffen. Molter stammte aus Helmershausen bei Meiningen, hatte in Jena studiert und wartete nach seiner Hauslehrerzeit in Frankfurt nunmehr auf ein Pfarramt in Eisenach. Mit diesem wurde er ein Jahr später in Farnroda betraut. Dort wirkte er 25 Jahre lang treu und hingebungsvoll, hoch verehrt von seiner Gemeinde.
Aus Leipzig schrieb Wolfgang Goethe an seine Schwester Cornelia, dass er „nachts um 12 durch Eisenach gekommen“ sei und er „hätte das Vergnügen nicht haben können ihn [Molter]zu sehen“. Das war Goethes erster Aufenthalt in Eisenach sowie seine erste Erwähnung unserer Stadt.

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