Goethe in Eisenach

 

Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Februar 2012
Kultur zur Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Februar 2012
Der Chor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Ruhla zur Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach im Februar 2012
Das Palais Bechtolsheim am Frauenplan
Veranstaltung im Martin-Luther-Gymnasium
 
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Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. stellt sich vor...

von Dr. Barbara Schwarz

Die Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. ist eine literarische Gesellschaft, bei der alle Freundinnen und Freunde der Literatur (und solche, die es werden wollen) herzlich willkommen sind.
Die Wartburg bei Eisenach um 1906Die Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. existiert seit mehr als 20 Jahren (gerechnet von der Neugründung 1990). Mit ihren 174 Mitgliedern zählt sie zu den größeren der 60 Ortsvereinigungen der Goethe-Gesellschaft Weimar, von der sie rechtlich und inhaltlich unabhängig agiert.
Das jährlich erscheinende Programm mit 12 Veranstaltungen spiegelt die Vielfältigkeit unserer Beschäftigung mit der Literatur wider. Neben aktiver Auseinandersetzung mit Goethe, seiner Zeit und seinen Zeitgenossen, untersuchen und diskutieren wir deren Wirkung und Aktualität in literarischen Werken der Gegenwart.
Außerdem gibt es jährlich wiederkehrende Themen wie die Vorstellung des jeweils letztjährigen Literaturnobelpreisträgers. Unser Vereinsleben wird von wissenschaftlichen Vorträgen, Lesungen, Matineen, Theaterbesuchen, ein- und mehrtägigen Studienreisen bestimmt.
Ergänzt wird das Programm durch Schriftstellerlesungen. Sigrid Damm, Dagmar von Gersdorff , Rolf Hochhuth, Landolf Scherzer, Matthias Biskupek u.a. waren schon bei uns zu Gast. Daneben bleibt noch genügend Raum für Geselligkeit.

Sind Sie neugierig geworden?
Dann suchen Sie bei einer nächsten Gelegenheit Kontakt zur Goethe- Gesellschaft Eisenach e.V.

Ihre
Dr. Barbara Schwarz / Vorsitzende

Kultureller Genuss rahmte die Jahreshauptversammlung der Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. im Februar 2012

von Mike Burkhardt

Das der gesellschaftliche Teil einer Jahreshauptversammlung nicht unbedingt zur Unterhaltung der anwesenden Mitglieder einer Vereinigung dient, ist allgemein als richtig zu bezeichnen. Umso größer ist natürlich der Kontrast zu nüchternen Bilanzen und Rechenschaftsberichten, wenn eine Gesellschaft die obligatorischen Notwendigkeiten mit einer gelungenen Portion Kurzweil mischt.
Eine Lesung mit Auszügen aus dem Trauerspiel "Dido", vorgetragen von Mitgliedern des Ortsverbandes Eisenach der Goethe-Gesellschaft, welches Charlotte von Stein 1794/95 schrieb, rahmte der Chor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Ruhla mit getragen als auch abschließend mit fetzigen Gospel-Klängen.
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Goethe erstmals in Eisenach

von Volkmar Schumann

Um die schönen Künste zu studieren wollte Wolfgang Goethe eigentlich nach Göttingen, doch der auf einen soliden Beruf, mit dem man sein Brot verdienen könnte, bedachte Vater bestimmte für seinen Sohn die Leipziger Universität. Dort hatte er selbst die Rechte studiert und der Sohn sollte den gleichen Weg gehen. Deshalb bestieg der Sechzehnjährige an einem der letzten Septembertage des Jahres 1765 frühmorgens die Postkutsche, in der er mit dem Buchhändler Johann Georg Fleischer und seiner Frau auf die weite Reise nach Leipzig geschickt wurde.
Den Postillonen der Thurn- und Taxischen Post forderten die schlechten, ungepflasterten Straßen und Wege großes fahrerisches Geschick beim Lenken der schweren Postkutsche ab. Zudem mussten sie sich oft mit den Posthaltern wegen des Fütterns und Tränkens oder des Wechselns der Pferde streiten. Frachtwagen, Kutschen und Reiter behinderten unterwegs die zügige Fahrt.
Am 1. Oktober 1765 spätabends fuhr die Postkutsche durch das Eisenacher Georgentor bis in die Schmelzerstraße, wo sich damals die Posthalterei befand. Der junge Wolfgang beabsichtigte, bei dieser Rast einen Bekannten zu begrüßen. Johann Christian Molter war nach abgeschlossenem Theologiestudium fünf Jahre als Hauslehrer in Frankfurt tätig gewesen und hatte den mit ersten Jugenddichtungen bereits hervor getretenen vierzehn Jahre jüngeren Goethesohn offenbar im Kreis seiner Jugendfreunde kennen gelernt. Er erbat sich von ihm einen Vers in sein Stammbuch und Wolfgang schrieb: „Der Tod beendet alles.“ Dieses schrieb zu seinem ewigen Gedenken JWGoethe. Dieser Stammbucheintrag ist eines der wenigen schriftlichen Zeugnisse des 14jährigen Goethe und deshalb von herausragender literaturgeschichtlicher Bedeutung.
Zu mitternächtlicher Stunde, als die Reisenden in der Posthalterei eintrafen, war es nicht mehr möglich, den cand. theol. Christian Molter zu treffen. Molter stammte aus Helmershausen bei Meiningen, hatte in Jena studiert und wartete nach seiner Hauslehrerzeit in Frankfurt nunmehr auf ein Pfarramt in Eisenach. Mit diesem wurde er ein Jahr später in Farnroda betraut. Dort wirkte er 25 Jahre lang treu und hingebungsvoll, hoch verehrt von seiner Gemeinde.
Aus Leipzig schrieb Wolfgang Goethe an seine Schwester Cornelia, dass er „nachts um 12 durch Eisenach gekommen“ sei und er „hätte das Vergnügen nicht haben können ihn [Molter]zu sehen“. Das war Goethes erster Aufenthalt in Eisenach sowie seine erste Erwähnung unserer Stadt.

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